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Aktueller Stand März 2026

11. Mai
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Juli


Es ist fast 18 Monate her, dass die Krankheit wirklich merklich mein Leben verändert hat. Nach sovielen Monaten wirklichen Leidens, sowohl körperlich als auch vom Kopf (es hört sich theatralisch an, war aber so) ist mein Zustand wirklich sehr stabil und ich kann an ganz, ganz vielen Dingen schon wieder teilnehmen. Vielleicht nicht genauso wie vorher, aber ich bin da. Und ich bin wirklich da und nicht nur anwesend und in meinem Kopf ganz woanders.

Viele der Symptome sind weg, manche zeigen sich nur noch selten, wenn ich gut auf mich aufpasse. Die Angststörung, die sich durch die Symptome entwickelt hat, ist noch nicht weg- aber sie ist leise, nicht mehr laut. Sie begleitet mich inzwischen eher als pessimistische Freundin, die manchmal Zweifel sät an den Dingen, die ich machen möchte. Manchmal zu Recht, wenn ich zuviel will, manchmal zu Unrecht, weil Leben eben nicht nur Überleben ist sondern Fühlen und Abenteuer. Auch wenn es manchmal schief geht, man sich zuviel zumutet und dann die nächsten Tage wieder nebeliger im Kopf sind. Aber es gibt Tage, da habe ich das Gefühl, dass es schon wieder ganz normal ist. Und dann gibt es Tage, da ist die Angst, dass ich nie wieder so belastbar bin wie vorher, immer wieder sehr präsent -mal unabhängig davon, ob ich das Tempo von vorher überhaupt wieder aufnehmen möchte.

Was ich aber feststelle: Mein Fokus ist viel besser. Es springen nicht mehr 3000 Dinge gleichzeitig im Kopf herum, weil ich mir zu 2000 schon Gedanken gemacht habe, wie ich sie jetzt für mich besser gestalten kann. Zum Beispiel, dass ich meine nebenberufliche Tätigkeit im Bereich Stressbewältigung und Entspannungsverfahren erst einmal streiche. Weil ich nicht in allen Bereichen so gut sein kann, wie ich möchte und mir die Zeit für meine eigene Entspannung irgendwo hernehmen muss. Dass ich mir Zeit und vor allem gedankliche Kapazität nehmen möchte, mich in meinem "richtigen" Job nach Ende der Elternzeit und Krankschreibung wieder gut einzufinden und noch besser eingearbeitet zu sein. Mal schauen, wie sich mein Unternehmen in den letzten 2 Jahren weiterentwickelt hat und was für Themen zukünftig auf der Agenda stehen.

Oder dass ich mir wieder ein Hobby auf die Fahne schreibe, was ich neben dem normalen Alltag mit Haushalt, Kindern, den täglichen notwendigen Entspannungseinheiten und kurzen Ausdauer- oder Krafttrainingsintervallen noch machen könnte, verfolge. Mal gucken, welches Hobby das sein wird- je nach geistiger und körperlicher Kapazität werde ich das nochmal etwas genauer überlegen in den nächsten Wochen.

Bleiben also noch 1000 Gedanken, mit denen ich im Alltag noch jonglieren lernen muss, aber auch die lassen sich inzwischen viel besser bändigen, stoppen und sortieren.

Gleichwohl zeigen mir "volle Tage" (und das ist ein Witz im Vergleich zu vorher) noch schnell Grenzen auf. Die gilt es jetzt immer wieder auszuloten und nicht in den Trott zu verfallen, mich in den verbliebenen Sorgen und Symptomen einzubetten sondern ihnen weiter mit Mut, Zuversicht aber auch Realitätssinn zu begegnen und sich von Rückschlägen nicht in abschrecken zu lassen. Und das ist mehr Arbeit als alles, was ich mir vorher hätte vorstellen können.

Also an alle von Euch da draußen, die ebenfalls eine Pilgerreise zu ihrem tiefsten Inneren machen und sich ständig wie eine Zwiebel aufschälen und unter der Schale Dinge finden, die sie so nicht erwartet haben (und ja, da tränt es einem manchmal in den Augen):

Meinen größten Respekt. Ihr macht das toll!

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