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Trauma- fiel mir nix zu ein...bis ich krank wurde und auf die Suche ging.

9. Mai
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Juli


Bei fast jeder dieser chronischen Erkrankungen liegen wohl irgendwo auch Traumata zugrunde, die im Hintergrund unseres Geistes wirken. Irgendwelche Erfahrungen, an die man sich selbst vielleicht kaum noch erinnert, die uns Dinge im Heute tun und fühlen lassen, wie wir sie fühlen- auch wenn diese Überlebensstrategien eigentlich nicht mehr benötigt werden. Wir sind schließlich erwachsen.

Meistens sind es Bindungstraumen aus der Kindheit- man passte sich an um den Eltern zu gefallen, boten sie einem doch die Sicherheit, die man brauchte und man wollte natürlich nicht in Ungnade fallen und die Sicherheit gefährden.

Auch wenn meine Mutter immer sagt, ich sei ein starkes Kind gewesen, heißt es nicht, dass ich mich damals nicht vielleicht anders fühlte als ich mich nach außen gab. Ich wusste, was ich wollte, und war wütend und traurig, wenn ich es nicht bekam. Ich fühlte die ganze Palette. Klar, ich war ein Kind. Das heißt aber nicht, dass ich nicht das Gefühl bekam, ich solle mich zusammenreißen, ich muss da durch, andere haben das auch nicht , ich bin irgendwie eine emotionale Belastung anderen gegenüber usw.

Ich glaube, fast jeder kennt diese Sätze aus seiner Kindheit. Ich habe meinen Kindern auch schon Dinge gesagt, die ich im Nachhinein bereut habe und mich frage, ob sie bei ihnen ein Gefühl hinterlassen haben, ungenügend zu sein. Aber wir sprechen im Nachgang drüber und ich kann mich entschuldigen- auch bei einem kleinen Kind. Und ich kann ihm nochmal sagen, wie toll es ist und dass ich es lieb habe. Immer. Denn selbst, wenn es mich vielleicht noch nicht versteht, aber ich bin mir sicher, es fühlt, was ich ihm übermitteln will.


Was mir jedoch nie so richtig bewusst war, war die Auswirkungen von Traumata der Eltern auf die Kinder, gerade der Mutter. Inzwischen habe ich verstanden, dass ich ja einen Teil ihrer DNA, ihrer Zellen, der Erfahrungen ihres Körpers und Geistes , des Nervensystems einfach geerbt habe. Sofern also meine Mama Traumata erlebt hat, steckt ein Teil davon, auch Bewältigungsstrategien, in meinem Körper und Nervensystem.

Bei mir hat ein transgenerationales Trauma großen Einfluss auf mein Handeln und mein Gefühl der Sicherheit im Leben. Meine Mutter war mehrfach (auch in ihrer Kindheit) Lebensgefahr und Gewalt durch andere Personen ausgesetzt und sich selbst überlassen. Sie hat gelernt, sich selbst am meisten zu vertrauen und durch viel Arbeit, Kämpfen, Durchhalten, Stärke die Kontrolle zu behalten. Und so zu einem sicheren Gefühl im Leben zu finden.

Gerade bei Geburten kommen solche Traumata wohl noch einmal hoch- egal ob eigene oder transgenerationale. Die Kinder drücken dann auch ziemlich genau die Knöpfe, die einen innerlich zum ausrasten bringen :)

Durch das Anschauen dieser Verflechtung und dem Aufdecken weiterer ungünstiger Strategien, die für mein jetziges Alter eigentlich überholt waren, aber dennoch wirkten, konnte mein Nervensystem gefühlt aufatmen und sich Stück für Stück entspannen. Das Anschauen reicht oft schon, weil es vom Unbewussten ins Bewusste rückt. Und wenn man einmal hinguckt, fallen einem bei bestimmten Situationen immer mehr Stimmen im Kopf auf, bei denen man sich fragt: Moment, ist das jetzt eigentlich wirklich MEIN Thema? Was kann ich tun?


Da die Warteliste für Therapieplätze sehr lang ist und ich aber anfangen wollte, meine Themen zu lösen, habe ich mir zunächst auf Empfehlung bei einer Heilpraktikerin für Psychotherapie, die Kinesiologie und IOPT Traumatherapie (Identitätsorientierte Psychotraumatheorie) anbietet, einen Termin geben lassen. Mir reichte die Empfehlung, ich konnte ja selber kaum am Handy oder PC recherchieren oder lesen. Und es war das Beste, was mir passieren konnte.

Man muss sich auf die Art der Therapie einlassen, sie war zu Beginn für mich schwer fassbar. Aber für mich haben die Termine an vielen Stellen besser geholfen als JEDER Arztbesuch vorher. Mein Papa oder mein Mann fuhren mich jedes Mal die Strecke von knapp 100 km, aber es hat sich mehr als gelohnt. Ich habe soviel mehr verstanden, als ich je zu hoffen gewagt habe und es hat sich innerhalb kürzester Zeit was verändert.

Wir haben zunächst mit einer Einheit Kinesiologie gestartet und "den Körper befragt", wo der Hase im Pfeffer liegt. Danach haben wir einige Male IOPT gemacht. Ich fand es so beeindrucken, dass ich mich im Bereich der Kinesiologie für ein Wochenendseminar angemeldet habe, um mal reinzuschnuppern.


Kerstin, ich danke Dir von ganzem Herzen für Deine tolle Begleitung auf meinem Weg! Du warst ein großes Puzzlestück auf dem Weg zur Heilung und eine Rieseninspiration!


Ebenso Herr Borkowski von https://www.borkowski-aufwind.de/ , den ich zuallererst aufsuchte und der mir tolle Werkzeuge mitgab, die ich immer noch benutze. Weiterhin konnte er mir einen neuen Weg und eine andere Sicht zum Glauben zeigen- sodass ich eigentlich zum ersten Mal verstanden habe, wozu der eigene Glaube in dieser Welt nützlich sein kann.


Und auch das Gupta-Programm, welchem ich eine eigene Seite gewidmet habe, hat mir einen unfassbaren Einblick in mich selbst gegeben und die Dinge, die mich umtreiben. immer deutlicher gezeigt- sodass ich sie mit professioneller Hilfe auch tiefer bearbeiten konnte. Und manchmal reicht ja einfach das Gesehen werden, um zu verstehen, warum man sich in manchen Momenten so fühlt, wie man sich fühlt und gibt einem eine neue Entscheidungsfreiheit, es genau so weiterlaufen zu lassen oder Dinge zu verändern.


Also guckt mal genauer hin, ist teilweise echt spannend, was da in den "Nebenbei-Gedanken" in einem abläuft, wenn man nicht aufpasst.


Alles Liebe!


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