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Darmgesundheit

9. Mai
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Juli

Der Darm, der Darm....mir war zwar bewusst, welch große Rolle er spielt, an wie vielen Stellen man aber ansetzen kann, um sich selbst etwas Gutes zu tun, ging an mir vorbei. Und zwar nicht unbedingt nur was man ist, sondern auch wie man isst. In welchem Abstand man ist. In welchen Größenordnungen man ist. Wie die Zusammensetzung sein könnte, um für mich optimal zu funktionieren.


Der Darm ist ein großes Puzzlestück, um die Gesundheit und das Immunsystem zu unterstützen und es ist eigentlich leicht umsetzbar. Warum eigentlich? Weil wir es einerseits selbst in der Hand haben, aber andererseits so ungern auf leckere Gewohnheiten verzichten möchten. Dazu gibt es auch keine allgemeingültige Anleitung, welche Ernährungsform denn "am Besten" ist- gibt es doch unfassbar viele Ansätze. Man muss es einfach ausprobieren und für sich schauen, was einem bei welchen Beschwerden hilft.

Aber: Wenn ich weiterhin so esse, wie ich esse, so schlafe, wie ich schlafe und Stress habe wie bisher und nichts dagegen tu, wird sich vermutlich auch an der Gesundheit nichts ändern.


Mein Tipp: Probier bei gesundheitlichen Beschwerden einfach einmal eine andere Ernährungsform aus. Nur für erstmal 4-6 Wochen. Wenn Du feststellst, dass es Dir gut tut, mach weiter, wenn es Dir weder auf der Waage noch in Bezug auf Dein Wohlbefinden etwas bringt, pass es an. Aber anders als vorher.


Heutzutage ist es einfach ein Problem, das man das Gefühl hat, "schnell" etwas essen zu müssen. Und das ist in vielerlei Hinsicht weder ausgewogen noch gesund. Aber leider aktuell so "normal", weil man Nahrungsaufnahme keine Zeit mehr gibt. Und das braucht sie so so dringend, um vernünftig verstoffwechselt zu werden. Ohne die Verdauungssäfte, die man leider nicht per Fingerschnipp heraufbeschwören kann, kann die Nahrung, die Mineralien und Vitamine nicht verwertet werden. Das wenige Gute, was noch in unserem "Essen-to-go" enthalten ist, kommt also oft nicht da an, wo es hinsoll. Dazu nehmen wir z.B. Bitterstoffe, die unsere Organe wie die Leber super unterstützen, kaum noch auf, weil sie sich einfach nicht mehr in unserem Essen wiederfinden.

Durch einen hohen Anteil an Säurebildnern wie Milch, Käse, Wurst, Eier, Kaffee, oder Alkohol übersäuert der Körper und der ph-Wert verändert sich.

Dazu bestehen die meisten Nahrungsmittel, die man "schnell auf die Hand" kaufen kann, aus Weizen oder glutenhaltigen Getreiden, auf welche viele Menschen intolerant reagieren- oft auch still und unbemerkt.


Mein Ph-Wert im Darm war z.B. viel zu basisch und ich hatte einen Überschuss an histaminbildenden Bakterien im Darm. Da mein Körper Histamin ohnehin nur schwer abbauen konnte, waren diese Bakterien dann auch nicht besonders hilfreich.

Was mir geholfen hat:

  • Milchsäurebakterien z.B. PurEmsan von Tisso (bei Histaminintoleranz recht gut verträglich, muss man austesten) oder Omnibiotik 6 über mehrere Monate, damit sie die schlechten Bakterien in ihre Schranken weisen und sich selbst wieder ansiedeln können. Sporenbakterien von z.B. "Supermikroben" sind auch eine tolle Sache, enthalten aber weniger unterschiedliche Stämme. Für mich waren sie jedoch der Einstieg, als ich die vielen unterschiedlichen Stämme noch nicht vertragen habe. Schaut auf die Inhaltssoffe, "Futter" für die Bakterien wie Inulin oder Akazienfaser können bei unerkannter Sibo mehr Probleme machen, als dass es Wirkung zeigt.

  • Vorrangig basische Ernährung mit genügend Ballaststoffen, Eiweis und Fett. Wenige ausgewählte Kohlenhydrate wie Kartoffeln oder Naturreis-/ Vollkornnudeln (nach einer vorangehenden Phase laktose- und glutenfrei). Industrie-Zuckerfrei habe ich vorher schon gegessen und so fiel es mir nicht schwer, dabei zu bleiben. Zuckerersatzprodukte wie Agavendicksaft wurden allerdings auch erstmal gestrichen und so nehme ich nun nur noch Datteln zum Süßen, falls ich es brauche.

    Als Vegetarier war es für mich aber echt hart, Fleisch und Fisch wieder auf den Teller zu bringen, aber anders kam ich einfach nicht auf mein Eiweiss, da ich mit der Histaminintoleranz viele eiweißreiche pflanzliche Nahrungsmittel wie Kichererbsen usw. nicht vertragen habe und nicht vollständig mit Eiweißpulver substituieren wollte. Aber: Qualität geht über Quantität, ich versuche das Fleisch regional aus guter Haltung zu kaufen.

  • Obst kommt nur in kleinen Mengen 2 mal am Tag zum Einsatz, morgens im Müsli und mittags als Nachtisch (ca. eine Hand voll).

    Die LOGI-Kost kommt der Ernährungsform dabei wohl am nächsten und hält den Blutzucker weitestgehend stabil.

    https://logi-aktuell.de/

  • Atmen. Um die Verdauungssäfte anzuregen, die das leckere Essen tatsächlich zersetzen und verwerten können sowie schlechte Bakterien davon abhalten, in den Organismus zu gelangen, koche ich sehr bewusst und versuche, in dem Moment zu bleiben und langsam und ruhig zu atmen. Der Geruch und die Vorstellung an Essen lässt die Verdauungssäfte fließen. Wenn ich nur wenig Zeit habe, sitze ich zumindest 1-2 Minuten vor meinem Teller und atme. Genau so wie danach. Ich musste mir abgewöhnen, noch kauend aufzuspringen und schon den Teller in den Geschirrspüler einzuräumen. Blöde Angewohnheit:)

  • Langsam essen. Es wird solange gekaut, bis das Nahrungsmittel schon fast selbst nach hinten durchrutscht. So wird die Mahlzeit echt lang, aber wie gesagt: Man darf sich zum Essen Zeit nehmen. Gut zu Essen bedeutet mehr Gesundheit!

  • Dem Darm Pausen lassen, damit er sich selbst reinigt und seine Arbeit verrichten kann. Ich snacke nicht mehr sondern versuche, die Mahlzeiten regelmäßig zu mir zu nehmen. Aktuell Das Nervensysem und der Darm mögen das. Dabei esse ich meist 4 Mahlzeiten über den Tag verteilt und kurz vor dem Schlafengehen noch einen fett- und eiweißreichen Snack um den Blutzucker über die Nacht stabil zu halten. Ca. 12-14 Stunden hat der Darm über Nacht Zeit, sich zu reinigen. Ein längeres Intervall über Nacht tut mir nicht gut und belastet mich eher als dass es nützt.

  • Vorbereiten. Ich konnte eine Zeitlang wirklich nur frisch gekochte Nahrungsmittel essen. Ich habe zumindest, soweit es meine Kraft und mein Gehirn zuließ, soviel Gemüse geschnippelt, wie ich brauchte und es zumindest schon geschnitten in den Kühlschrank gelegt. Oder eben TK. Dann musste es nur noch gekocht werden. Nachdem ich wieder mehr vertragen habe, konnte ich gesunde Muffins ohne Zucker vorbereiten und sie waren dann Teil von bestimmten Mahlzeiten oder ein paar mehr waren einfach eine ganze Mahlzeit :)

  • Ich lade hier mal meinen letzten (selbst bezahlten) Befundbericht hoch. Einfach, dass man es mal gesehen hat. Und was ich erkenne, ist, dass sich an sich erstmal ganz viel verbessert hat, ich viel protektive Flora aufgebaut habe und einiges an Histaminbildnern verschwunden ist. Also den Körper wieder mit eigenem Handeln etwas entlastet, HighFive für mich selbst!




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