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Zusammenhänge erkennen

3. Sept.
4 Min. Lesezeit


Ich habe an manchen Tagen das Gefühl, dass sich die Puzzleteile im Hinblick auf die gesundheitlichen Themen, die einen schon länger begleiten, immer weiter zusammensetzen. Ich frage mich dabei allerdings oft: Liegt das nur daran, dass ich mich mit diesen gesundheitlichen Themen noch mehr beschäftigt habe als vorher oder weil ich das nun in das neue Wissen hinein interpretiere? Ich würde sagen ersteres. Denn ich war schon immer mal wieder bei Ärzten zu bestimmten Problemen, aber es wurde nie was gefunden. Und da ich auch nie total am Boden zerstört war und unterm Strich eine fröhliche Patientin (die halt gelernt hat, mit bestimmten Einschränkungen umzugehen), wurde ich seitens der Ärzte dann auch einfach entlassen ohne Hinweis auf eine mögliche weitere Anlaufstelle.

Um mal ein paar Beispiele zu nennen:

Ich weiß nicht, wie oft meine Bänder im Sprunggelenk gerissen oder überdehnt sind in meiner aktiven Handballzeit. Die Kapseln meiner Finger in Mitleidenschaft gezogen waren, Muskelschmerzen und Rückenschmerzen eingeschlossen. Meine Rückenschmerzen waren eine Weile so schlimm, dass ich kaum noch laufen konnte. Ich konnte gehen, aber sobald ich anfangen wollte zu joggen, ging es einfach nicht. Diagnose Skoliose und mit Krankengymnastik ging es irgendwann auch wieder besser und ich konnte wieder spielen. Mit Mitte 20 hatte ich nach einer ausgedehnten Wanderung durchs Watt unfassbare Fußschmerzen unterm Fuß. Es war weder ein Fersensporn noch irgendwelche anderen Dinge, die der Orthpäde vermutete. Erst ein Heilpraktiker brachte mich damals darauf, dass durch das Barfußlaufen im Watt der Fuß ganz anders belastet wurde und es eine Überlastung der Fasern, Sehnen und Muskeln sein könnte. Die Behandlung hat damals dann tatsächlich auch angeschlagen und ich konnte irgendwann wieder vernünftig laufen und auch Sport machen.

Wenn ich fliege oder auf dem Boot bin, dann fühle ich mich wie mit dem schlimmsten Kater nach einer exzessiven Nacht. Ich habe keine Angst oder so, aber mein körperliche Zustand ist einfach desolat. Übel, schwindelig, irgendwie desorientiert.

Irgendwann war es so, dass ich durch lediglich schiefes Sitzen in den Weinbergen die fiesesten Symptome bekam- die ganzen Tische und Stühle waren ein wenig schräg (war eben eine Location am Berg), aber da alles schief war, schien es ja wieder gerade. Mein Auge sah etwas anderes als mein Ohr fühlte- denn mein Gleichgewichtsorgan hat genau gemerkt, dass alles gerade aussieht, aber eindeutig nicht ist. Ich musste innerhalb von Minuten, in dem mein Körper plötzlich anfing, einen Kater zu bekommen, nach Hause. Und verbrachte den Rest des Abends in unserem Zimmer. Und es war ein Abend in Südafrika mit Freunden, auf den wir uns wirklich gefreut hatten- es war so ärgerlich. Mir konnte das nie jemand erklären, auch kein HNO, bei welchen ich mehrmals vorstellig wurde.

Auf meinen Reisen hat sich im übrigen auch immer mein Fuß bemerkbar gemacht- gefühlt ist der Stress vom Job abgefallen, ich war im Urlaub, wollte wandern, zack, Schmerzen im Fuß, Schonung. Unter anderem auch wieder in Südafrika, wo ich dann eine Walking-Safari nicht mitmachen konnte, weil mit der Fuß so schmerzte. Ach, es nervt mich noch, wenn ich jetzt rückwirkend dran denke...aber kann man nicht mehr ändern. Ich hätte vielleicht mehr reinfühlen sollen, als einfach immer weiter zu machen und das Symptom überzubügeln- aber das ist im Nachhinein so leicht zu sagen.

Wenn ich abends noch auf dem Sofa saß mit dem Laptop auf dem Schoß (was ich leider urgemütlich finde), konnte ich die Uhr danach stellen, dass ich irgendwann Kopfschmerzen bekomme, die sich üer mehrere Tage hinziehen. Irgendwann wusste ich das und konnte es ändern. Ich dachte immer, es läge an der späten Uhrzeit und dass ich zu schnell tippe und scrolle. Aber es war wahrscheinlich einfach die Halswirbelsäule, die nicht so stabil ist.

Wenn ih mal Yoga machte, hatte ich fast immer Übungen dabei, bei denen man die Arme weit hochstreckt und sich gaaaanz lang macht. Etwas nach rechts und links lehnt um die Seiten schön zu dehnen.

Auch danach bekam ich immer Migräne. Bis ich irgendwann feststellte, dass wenn ich diese Übung weglasse, ich keine Kopfschmerzen bekomme. Gleiches gilt für Übungen, in denen man den Brustkorb dehnt- z.B. im Türrahmen. Und das empfiehlt einem fast jeder in der Physiotherapie, weil es an sich eine gute Übung ist. bei mir endete es jedes Mal in 3 Tagen Kopfschmerzen.

Die neuste Erkenntnis- zum Ende meines Zyklusses bekomme ich 1. eine "zue Nase" (kein Schnupfen, aber ich spreche nasal) und Kopfschmerzen. Je nach Stresslevel unterschiedlich ausgeprägt aber doch latent vorhanden.

Das Spannende:

Gerade in Bezug auf die Diagnose "instabile Kopfgelenke" ist ein Kopf sehr schwer, wenn man ihn dauerhaft trägt und benötig viel Muskelarbeit- vor allem in komischen Positionen. Und zum Ende des Zykluses wird das Gewebe lockerer und die Muskeln müssen noch mehr als ohnehin schon gegenarbeiten- und verspannen umso schneller und lösen Nackenschmerzen und Kopfschmerzen aus. Für mich also gerade eine gute Erklärung, warum ich bestimmte Symptome nach bestimmten Situationen habe.

Und vor allem eine Möglichkeit, etwas dafür zu tun, sich besser um mich selber diesbezüglich zu kümmern und die Symptome in Zukunft weniger einschränkend sein zu lassen. Öfter kurz hinlegen ist eine gute Option für mich.

Am Ende ist das das Einzige, was ich für mich tun kann- Zusammenhänge zu erkennen (egal ob sie am Ende komplett richtig oder falsch sind) und diese zu nutzen, um eine Verbesserung meiner Gesundheit zu erzielen. Und bisher war mir das auf meinem Weg eine große Hilfe. Auch wenn ich mich frage, warum ich mich plötzlich in vielen chronischen und gemäß Schulmedizin nicht heilbaren Krankheiten wiederfinde, mir der Umgang mit Erfahrungen anderer aber tatsächlich hilft, dass sich der gesundheitliche Zustand bessert (wahrscheinlich, weil der Weg zur Besserung einfach überall ähnlich ist- Stress, Schlaf, Ernährung, Bewegung uswusw).

Das Wissen alleine hilft aber auch wieder nicht- man muss es im Alltag auch umsetzen und verändern. Und ganz ehrlich: Manche Dinge fühlen sich trotzdem blöd und nervig an, auch wenn sie sinnvoll sind.

Ich geh mal Nackenübungen machen....







 
 
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