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Vom Fertigwerden zum Leichtsein

16. Aug.
3 Min. Lesezeit

Nach der Einschulung unseres Sohnes, welche sehr schön aber auch wirklich trubelig war, ist mir abends etwas ganz stark aufgefallen-Ich war viel öfter im Moment. Habe mich nicht die ganze Zeit beeilt, um den Tisch abzuräumen, etwas neues hinzuräumen, mich zwischendurch kurz hinzusetzen um durchzuschnaufen und dann wieder aufzustehen um alles wieder aufzuräumen. Nur um dann abends kaputt auf dem Sofa zu sitzen und nicht so richtig etwas vom Tag gehabt zu haben sondern eigentlich -wenn man ehrlich ist- nur froh zu sein, dass der Tag endlich durch ist. Und das hat doch eigentlich niemand verdient- weder mein Kind, dessen Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt es ist und ich auch nicht.

Mir ist dabei auch noch aufgefallen, dass es auch bei Kindergeburtstagen mit Familie (und genau das ist ja wirklich ein Tag für das Kind) so oft um das Essen und die Zusammenkunft usw. geht, aber das Kind eigentlich oft allein dasteht- es hat ja genug Spielzeug bekommen, also kann es sich damit jetzt ja wohl auch beschäftigen. Dass es auch für das Kind aufregend ist, dass die Hütte voll ist, es deshalb schnell überreizt und genau dann gerade am meisten Begleitung braucht, hat mich früher wirklich innerlich mürbe gemacht- weil ich nicht wusste, wie ich das unter einen Hut bekommen sollte. Und wir haben tollerweise Großeltern, die gern mit ihm spielen. Aber dennoch wird manchmal einfach eine der beiden wichtigsten Bezugspersonen vor allem mit ruhigem Nervensystem gebraucht. Und wenn die dann entweder nicht da ist oder selbst ein überreiztes Nervensystem hat, hilft das niemandem.


Man könnte jetzt denken: Ja gut, ich habe viel weniger bei unserer Einschulungsparty gemacht, aber ich hatte dafür andere Leute, die auch abgeräumt haben, den Geschirrspüler eingeräumt haben, selber Salate und Kuchen mitgebracht usw. Das ist ja nicht immer so. Hm. Stimmt. Aber ist dafür nicht genau eine Familie da? Dass nicht nur eine oder zwei Personen alle anderen bedienen und den Service machen und der Rest sich wie in einem Restaurant bedienen lässt. Denn ich bin kein Restaurant. Jeder isst mit und kann doch, 2 Handgriffe mit erledigen. So geht doch alles viel schneller.


Egal, ich habe jedenfalls festgestellt, dass ich den Tag- obwohl ich abends wirklich geistig und körperlich erschöpft war und Migräne hatte (und das obwohl ich mich mittags einmal zurückgezogen hatte um zu meditieren, aber es war echt ein aufregender Tag)- genossen habe. Ich habe mich auf den Tag vorher schon gefreut und ich habe ihn wirklich erlebt. Mit Pausen, mit Zeit für mein Kind, mit Zeit, um mein Essen vorzubereiten (denn ja, das ist einfach noch kein Selbstläufer).

Und das ist an echt vielen Tagen so- ich genieße sie. Muss nicht erst fertig werden, um den Tag für mic genießen zu können sondern genieße viel, viel mehr Momente als früher.

Vielleicht weil man so demütig geworden ist, weil selbst aufräumen nicht ging, oder aber weil man noch mehr verstanden hat, dass jeder Tag nur einmal da ist. Und gelebt werden sollte, in sovielen Momente wie möglich.

Jetzt fängt mein Nacken an zu ziehen und ich weiß, dass ich mich hinlegen sollte. Und auch noch Mini-Krafttraining machen wollte. Und danach noch so einige Dinge tun wollte, die ich wahrscheinlich nicht mehr tun kann. Aber hey- es geht ja nicht im Fertig werden sondern um Leichtigkeit. Also freu ich mich, diese Zeilen aufs Papier gebracht zu haben und geh jetzt mal mit Leichtigkeit atmen :)





 
 
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