Sei wieder bewusster!
Der Alltag rauscht an uns vorbei wie man selbst an den Trödlern auf der Autobahn. Gerade noch die Weihnachtsvorfreude genossen, klopft nun schon der Frühling an die Tür und man erfreut sich an den ersten sonnigen und nicht mehr ganz so kalten Tagen des Jahres. Wann hast Du Dir in den letzten Wochen einmal die Zeit genommen, gedankenlos einige Minuten aus dem Fenster zu schauen und z.B. den wiederkehrenden Vögeln zuzuschauen? Die Zeit, ein paar Minuten einfach da zu sitzen ohne eine Aufgabe erledigen zu müssen? Die Zeit, Deinen Kaffee ganz bewusst zu genießen? Nimm sie Dir und erlebe sie bewusst, sie kommt so schnell einfach nicht wieder! Benutze hierfür all Deine Sinne: Versuche heute, z.B. Nahrungsmittel bewusst zu schmecken (nicht nur Köche sollten den Unterschied von Petersilie und Rosmarin erkennen können) und Deine Umgebung nicht nur zu sehen, sondern sie aktiv zu hören, zu riechen und zu fühlen. Und wenn Dein Geist abschweift und über etwas nachdenkt, egal. Sag danke und komm einfach wieder zurück zu Deinen Sinnen. Es gibt Dir ein neues Gefühl vom Sein, vom Leben um Dich herum, vom Hier und Jetzt. Du wirst dadurch auch noch nicht zum "Bäume-Kuschler". Versprochen! Sondern kommst mal wieder vom Kopf in den Körper, der uns hier mit diesem Leben und diesem Planeten verbindet und lebendig macht. Aber der Körper ist auch eben mehr als nur der Kopf, der denkt, sondern auch alles andere, was etwas fühlt.
Ich glaubte oft, das schon genauso so zu machen, aber gerade in der Zeit vor dem großen Crash drehte sich mein Kopf weiter und weiter und weiter und ich konnte mich gar nicht mehr auf irgendwas konzentrieren geschweige denn abschalten. Selbst beim Fernsehen nicht. Auch nicht beim Yoga, beim Sport oder was auch immer. Im Hintergrund lief einfach noch irgendwas in meinen Gedanken, was ich aber gar nicht so richtig zu fassen bekam.
Die Lösung: Dadurch, dass ich inzwischen weniger im Alltag mache, habe ich auch weniger Themen, die in meinem Kopf umherschwirren und ich kann sie viel öfter greifen, stoppen oder irgendwas mit ihnen anfangen. So kann ich vieles, was mich antreibt, identifizieren und danach ganz bewusst eine Entscheidung treffen. Und nicht aus der Situation heraus. Ich nehme mir Zeit zum Langsamsein, denn immer, wenn ich z.B. schneller spazieren gehe oder schnell die Dinge im Haushalt erledige, fängt mein Kopf an, irgendwas zu denken. Gar nichts unbedingt Aktuelles oder Lautes, es sind viele kleine leise Schmetterlinge im Kopf, die da umherflattern, sich kurz setzen und weiterziehen. Und wenn ich langsamer bin, verliere ich mich nicht in den Gedankenschleifen (egal ob positiv oder negativ, aber sind halt nur Gedanken und nicht die Realität) und schmücke sie schlimmstenfalls noch weiter aus, indem ich mir vorstelle, wie ich reagiere, der andere reagiert, was ich noch besseres hätte sagen oder machen können und so weiter.
Ich freue mich jedenfalls darüber, dass mein Leben um einiges langsamer und bewusster geworden ist und meine Verbindung zum Hier und Jetzt wieder wesentlich stabiler geworden ist. Und jeder Moment, indem ich ganz bewusst da bin, ist ein Moment, indem sich die Biochemie meines Körpers nicht mit unnützen und sogar schlechten Gefühlen herumschlagen muss- und das ist definitiv ein guter Schritt in Richtung Gesundheit!
Bleibt gesund!

