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Pacing- eine neue Lebensbalance finden

8. Juni
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Aug.


...was ist Pacing? Warum ist es so wichtig? Wie weiß man, wie es geht?

Ehrlich gesagt: Keine Ahnung- Es ist und bleibt ein wenig eine Wundertüte.

Was es ist: Für mich ein Werkzeug, um den Tag zu entspannen, damit meine Zellen wieder KRaft schöpfen und der Körper regenerieren kann.

Und genau das nervt mich so oft, weil man dadurch nicht so richtig planen und machen kann, so wie ich mir das eben vorstelle. Heute mach ich das, morgen mache ich das usw. Jeder mit diesem KRankheitsbild kennt das wohl. Die Symptome sind dann die Bremse, die der Körper reinhaut, wenn es zuviel war. Und es ist keine langsame Stotterbremse mit auskullern, es ist eine Vollbremsung, die das ganze System wieder in Aufruhr bringt.

Aber: Ich kann für mich sagen, dass ich schon viel, viel mehr mache und schaffe als noch vor einem Jahr. Mein Körper gibt mir Stück für Stück das Vertrauen zurück, was er in den letzten Jahren verloren hat.

Denn was ich wirklich immer unterschätzt habe: Auch wenn ich es nicht merke, hat der Körper bei bestimmten Aktivitäten Stress. Ist ganz normal. Kann man ja auch haben. Aber dann braucht man auch die Pausen, damit sich eine Erholung einstellen kann und die Zellen nicht leerlaufen.

Ich habe es glaube ich auch schon mal irgendwo geschrieben, aber egal.


Was mir inzwischen gut hilft: Alles langsamer, Gedanken stoppen, Atmen und aufs Hier und Jetzt konzentrieren, regelmäßige kleine Pausen Liegen statt sitzen, wenn es geht, weil auch Sitzen für den Körper eine anstrengende Sache ist. Kein Scrollen am Handy, einfach nur gucken. Ohne zu denken. Klingt so einfach, wenn man das schreibt, ist es aber irgendwie nicht. Aber im Laufe der Zeit wird es besser, weil man mehr akzeptiert, dass man nicht mehr so funktioniert wie vorher. Und wie andere das vielleicht erwarten oder wie man es selber erwartet. Aber gut, wenn ich alles so machen könnte, wie vorher, stünde ich wahrscheinlich nicht an diesem Punkt...

Heute ist ein Tag, an dem es mich eher nervt als alles andere. Ich hätte soviel Lust, richtig viel zu schaffen (keine Ahnung was, egal gibt ja immer irgendwas zu tun) oder zu bauen oder weiß der Kuckuck. Aber da ich am WE sowohl einiges fürs Nervensytem gemacht als auch meinen Körper mehr benutzt habe (was mir im Übrigen gestern Abend wieder ein unruhiges Gefühl beschert hat, ob das jetzt zuviel war oder noch im Rahmen), ist heute Vormittag eher etwas Ruhiges und wenig Anstrengung für Körper und Geist nötig.

Aber: Ich bin gestern allein mit dem Auto eine Stunde gefahren, um eine Freundin zu treffen und ein paar Pferden zuzuschauen. Wir haben gequatscht und dann bin ich zurückgefahren. Und es hat super geklappt und Spaß gemacht- ich liebe ja Autofahren und konnte es lange nicht. Umso schöner, ein Stück Freiheit wiederzugewinnen. Mein Pacing habe ich dementsprechend angepasst: Nicht so lange vor Ort sein, damit es nicht zuviel wird und anschließend gleich eine Entspannungssession zu Hause im Liegen. Etwas Essbares habe ich mitgenommen, damit der Blutzucker stabil bleibt und ich nicht dadurch körperlichen Stress bekomme, dass ich Hunger habe und es dort vor ORt nichts Verträgliches für mich gibt. Gehört irgendwie alles zum Pacing dazu.


Ich setze mich jetzt jedenfalls nach draußen, hören den Fliegen zu und den Vögeln und werde mal in mein neues Buch reinlesen- bevor ich mich für eine Einheit Progressive Muskelentspannung hinlege und im Anschluss den Nachmittag mit den Kindern verbringe. Wofür ich so, so dankbar bin, dass das wieder funktioniert.

Also ja: Pacing nervt mich so oft, ist aber ein Gamechanger beim Gesundwerden. Und bringt mich mal wieder zu dem, was ein Mensch eigentlich braucht- eine gutes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Auf auf!


 
 
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