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Im Alltag immer auf der Flucht

9. Mai
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Juli


Ich habe gerade in einem Instagramaccount gelesen, dass sich die Frau (Auch Mitte 40) bei allem, was sie tut, wie auf der Flucht fühlt. Währenddessen putzte sie gerade in einem Affenzahn die Küche während sie in der anderen Hand einen Kaffeebecher hielt. Ich weiß nicht, ob es am Alter liegt, aber irgendwie macht man kaum noch etwas richtig, ohne Stress und ohne Ablenkung. Und man vergleicht sich über die sozialen Plattformen mit viel mehr anderen Menschen, was sie haben, was sie machen, dass das Gehirn gar nicht mehr aufhören kann, optimieren zu wollen. Mein Gehirn tut das jedenfalls ständig. Und es orientiert sich selten an Menschen, die weniger haben als man selbst. Dieses fiese kleine Ding.

Seit einigen Monaten wird mir das immer bewusster und ich kann viel öfter die wuseligen Gedanken stoppen, die im Hintergrund in meinen Geist fluppen, und mich zurück in den Moment begeben. Aber dazu muss ich auch erstmal merken, dass ich gar nicht mehr in dem Moment bin. Und dazu hat man oft gar keine Zeit und man hat es auch nicht so richtig gelernt. Schaffe, schaffe Häusle baue; erst die Arbeit, dann das Vergnügen usw.

Dabei ist so vieles als "Arbeit" deklariert, was eigentlich schön und entspannend sein könnte. Und was soviel Zeit am Tag einnimmt. Die Zeit mit den Kindern, die Zeit, den Haushalt zu machen, Sport zu machen. Wirklich dankbar zu sein für das, was man hat. Es nicht nur zu wissen, dass man dankbar sein sollte, sondern es auch wirklich zu fühlen. Für sovieles gibt es immer ein "um zu", einen Zweck. Sport machen um abzunehmen; Haushalt machen, damit spontaner Besuch keinen komischen Eindruck bekommt, mit den Kindern spielen und sie umsorgen, weil es ihr Bedürfnis ist. Fertig werden. Mit was eigentlich?

Mich nervt aufräumen von Kinderspielzeugen oder in der Küche ungemein, aber gestern kam mir beim Aufräumen der Gedanke: Ich bin total dankbar, dass ich soviel wegräumen darf. Andere können nichts wegräumen, weil sie gar nichts haben. Ob man denn Unmengen an Dingen haben muss, sei mal dahingestellt, ein wenig Minimalismus schadet nicht. Aber statt aufzuräumen und zu putzen, als wäre der Teufel hinter mir her um schnell fertig zu werden, habe ich mir nun vorgenommen, das Ganze langsamer anzugehen und bewusster zu "sehen", was ich da eigentlich in der Hand habe. Dass ich es mit Geld bezahlt habe, welches ich mit einem Teil meiner Lebenszeit bezahlt habe.

Und das versuche ich Tag für Tag mehr in alle Lebensbereiche einzubringen. Stück für Stück trainiere ich meine Gedanken dazu um- einfach, weil ich's kann :)!


Alles Liebe!


 
 
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