top of page

Essen für Kinder mit HPU

30. Sept.
4 Min. Lesezeit

Essen- ein Riesenthema für mich in der aktuellen Zeit. Sowohl für meinen Körper als auch für den Körper meiner Kinder. Und das Problem ist dabei gar nicht, dass ich selber nicht dahinter stehe, was ich für richtig halte, sondern dass in der aktuellen Zeit gesundes und maßvolles Essen einfach nicht der Normalfall ist. Schnelles Essen. Immer essen. Ungesundes Essen. Süßes Essen. Ständig. Überall Essen.

Und ich selber fühle mich dann oft wie eine Helikoptermutter (oder eben "Dinkeldörte"ohne damit jemanden beleidigen zu wollen), die übertreibt und alles so eng sieht. Die eher ein "Außenseiter" ist, wenn sie den anderen Muttis sagt, dass das Kind eine Stoffwechselstörung hat und es bei Spielbesuchen bitte nicht so viele Süßigkeiten oder Obst oder leere Kohlenhydrate wie die meisten Brötchen, die man eben so kaufen kann, verzehren soll. Mein Kind kann es selber nicht gut regeln, auch wenn er es eigentlich weiß, dass er nicht soviel davon essen soll. Eigentlich gar nichts von den "normalen" Sachen, weil sie einfach keine Nahrungsmittel sind. Sie geben dem Körper kaum etwas, was er braucht und dafür mehr, was ihm nicht gut tut und was er irgendwie verarbeiten muss- mit den Folgen, die das eben mit sich bringt.

Aber ja, Ausnahmen bestätigen die Regel. Nur ist die Ausnahme heutzutage eben keine Ausnahme. Bei Spielbesuch ist eine der ersten Fragen der Kinder, ob man Süßigkeiten bekommt. Warum? Aus Langeweile. Weils so lecker schmeckt. Weil es ein schnelles gutes Gefühl gibt.

Ist es unangemessen, weil man denkbar sein sollte, dass sich jemand die Mühe macht und solche Dingen extra nochmal einkauft, damit die Kinder etwas zu knabbern haben? Eigentlich schon. Und doch schwingt eben dieses Wissen mit, dass es gerade diesem kleinen Körper einfach nicht gut tut, wenn er das bekommt. Vor allem nicht, wenn er ohnehin eine Störung im Stofwechsel hat, die erstens bestimmte Moleküle falsch aufbaut und dazu fehlerhafte Abbauprodukte ausscheidet und bestimmte Vitamine und Mineralstoffe dauerhaft verliert.

Nur merkt man "leider" die Symptome nicht unbedingt unmittelbar, sondern sie äußern sich z.B. in Erschöpfung, Blutzuckersprüngen oder Ängstlichkeit, Schlafproblemen, Wutanfällen oder einer Menge anderer möglicher Dinge, die natürlich auch noch andere Auslöser haben können. Es ist also nur ein Teil des Puzzles, aber wenn man nichts tut, sind Folgeprobleme vorprogrammiert.

Menschen mit Zölliakie oder anderen Auto-Immunerkrankungen kennen die Problematik- gerade in einem selbst, wenn es um das Thema geht- wahrscheinlich zur Genüge.

DIe HPU/ KPU ist aber immer (noch) umstritten, rückt aber immer mehr in den Fokus bei bestimmten Symptomen und wird auch in ganzheitlich denkenden Arztpraxen und auch Kinderarztpraxen schon getestet.

Und dieTherapie- hilft. Supplements sind nie die einzige Lösung, aber eben auch ein Puzzleteil des Ganzen. Genauso wie die Ernährung.

Bei HPU sollte man auf Folgendes verzichten, um den Körper zu stärken und ihm zu geben, was er benötigt: Gluten, Milchprodukte, Zucker, einfache Kohlenhydrate, verarbeitetes Fleisch, belasteter Fisch. Also alles das, was heute "normal" ist und bei den meisten 90% der täglichen Ernährung ausmacht.

Was bleibt über? Gemüse. Vollkorngetreide. Hülsenfrüchte. Unverarbeitetes Fleisch. Egetarische Aufstriche. Was davon mögen die Kinder richtig gern? Nicht soviel.

Irgendwo hörte ich neulich: 80%-90% sollte nahrhaftes Essen sein, 10-20% Quatsch kann der Körper vertragen.

Unser Kind isst in der Schule normal Mittag. Wir verzichten dabei meistens auf die Gerichte mit verarbeitetem Fleisch (verarbeitetes Fleisch ist einfach inzwischen als Karzinogen gem. WHO gelistet- warum gibt es das überall und warum für Kinder in Massen????).

Zum Frühstück gibts Haferflocken mit Mandelmilch, einem Klacks Quark fürs Eiweiß, etwas Apfelmus oder zuckerfreie Marmelade (Fiordifrutta, die ist wirklich zuckerfrei bis auf den Fruchtzucker der Früchte), etwas Mandelmus oder Cashewmus, wenn er toleriert wird. Oft mit Zimt oder Vanillepulver garniert.

In die Brotdose gibts Gurken, Möhrensticks, glutenfreies Brot von Schnitzer o.ä., darin sind oft Leinsamen und und andere Ballaststoffquellen und Mehl auf Vollkornbasis enthalten (viele anderen glutenfreie Alternativen basieren auf Maismehl und relativ leeren Kohlenhydraten, die den Blutzucker schnell nach oben reißen aber genauso schnell wieder herunterfallen lassen). Mit Butter und einem Stück Käse oder Veggiewurst oder einer Scheibe Käse. Etwas Apfel und ein Riegel auf Basis von Haferflocken und Obstsüße (bei DM oder Rossmann in der Babyabteilung) oder ein paar Dattelbällchen fürs Hirn, die aber durch die Zutaten keinen zu schnellen Blutzuckeranstieg (und -abfall) fördern um Zuckercrashs zu vermeiden.

Nachmittags gibts oft nochmal geschnittenes Gemüse wie Kohlrabi, Beeren, Apfelspalten, Nüsse, Snacks aus der Babyabteilung.

Abends aktuell wieder glutenfreies Brot mit diversen Aufstrichen (die mal besser und mal schlechter ankommen).

Ich find es es immer noch schwer, gesunde Dinge wie Hülsenfrüchte in den Speiseplan zu integrieren, die z.B. viel Eisen liefern und nicht Fleisch sind und die trotzdem den Kindern schmecken.

Ich schiebs so weit wiemöglich unter, biete es immer wieder an und versuche gerade, durch einen Einkauf, der für die ganze Familie auf diese Problematik zugeschnitten ist, die besser schmeckenden Alternativen zu reduzieren. Denn: Geschmack passt sich an. Gewohnheiten passen sich an. Und auch wenn es mir wirklich schwer fällt, das "normale" Essen etwas zu drosseln, so sehe ich doch gerade auch genau das als meinen Auftrag an- meine Kinder vor Langzeitproblemen zu beschützen, wenn es darum geht, nicht täglich Unmengen ungesundes Zeug zu essen und somit dem Körper eine gute Grundlage zum Wachsen zu geben und Organe und Gefäße sich so gut wie möglich entwickeln zu lassen. Und das eben nicht nur durch einen bedürfnisorientierten Umgang miteinander, der das Nervensystem und die Psyche meines Kindes schont, sondern eben in Bezug auf die Dinge, die auf den Körper einwirken und etwas mit ihm tun.

Und zumindest Zuhause möchte ich den Fokus auf ballaststoffreiches, nährhaftes Essen weiterhin umsetzen, damit beim Spielen mit anderen Kindern oder auf Geburtstagen die 20% an Quatsch für den Körper auch einfach ohne schlechtes Gewissen drin sind.

Was meine Kinder als Jugendliche oder als Erwachsene tut wird sich meiner Verantwortung entziehen- aber gerade jetzt kann ich durch mein Wissen einen Grundstein legen für die Dinge, die dem Körper mehr helfen als ihn belasten.


PS: HPU hat auch immer etwas mit Entgiftungsschwäche zu tun. In diese Richtung machen wir noch "nichts", weil Bitterstoffe in Tropfenform einfach nicht in meine Kinder reingehen. Kräutertee mit Honig geht. Gute Gewürze im Essen gehen. Alles Stoffe, die zusammen mit guter Ernährung die Entgiftung unterstützen. Zum Duschen und Baden nehmen wir Seife aus dem Biomarkt mit wenigen Inhaltsstoffen, gern auf Schafmilchbasis. Geht gut und hinterlässt wenig zu Entgiftendes im Körper. Bzw. wahrscheinlich weniger als die normalen Shampoos und Seifen im Drogeriemarkt...








 
 
Impressum
Datenschutzerklärung
bottom of page