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Die persönlichen Trigger identifizieren- und dann auch etwas damit tun

15. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Okt.

Die persönlichen Trigger sind schon echt so ein Ding. Früher merkte ich nur, dass ich fuchsteufelswild werde, wenn diese Knöpfe gedrückt werden. Heute kann ich -in manchen Momenten- kurz innehalten und meine Reaktion darauf zumindest ein wenig steuern. Und kann Dinge tun, damit ich mich danach nicht in ewigen inneren Monologen oder Dialogen verliere, was ich in der Situation hätte sagen oder machen können (und das schwankt zwischen noch kompromissbereiterem Verhalten, besseren Worten, damit der andere mein Ansinnen dahinter versteht oder einfach richtig fiesen Shitmoves, die ich auf Lager hätte, aber eigentlich nicht nutze, weil es eben shitmoves sind, die ich nicht benutzen möchte. Klassischer Zwiespalt.)


Dennoch gibt es Momente, wenn ich von den wichtigsten Menschen in meiner tiefsten Unsicherheiten getroffen werde (und das ist einfach das Gefühl, dass ich zuviel bin oder zuwenig oder nicht gut genug, aber eben einfach nicht okay mit meinen Ansichten oder Gefühlen- auch wenn es nur darum geht, Dinge, die man unterschiedlich sieht, sachlich zu besprechen und die man gern anders hätte. Vor allem, wenn es um ein Verhalten gegenüber den eigenen Kindern geht), nicht so richtig weiß, wie ich damit umgehen soll. Und diese Gedanken immer und immer wieder in meinen Kopf kommen. Und ich jedes Mal versuche, sie zu stoppen, mir zu sagen, dass ich gut bin wie ich bin und nichts für die Gefühle der anderen Person kann.

Es einfach nicht sagen? Habe ich zu oft gemacht. Es zu sagen und nicht aushalten zu können, weil die negativen Emotionen des anderen in der Luft wabern wie stinkende Windeln. Ist mir noch öfter passiert. Und ich möchte dann immer etwas tun, um diesen Zustand wieder harmonisch werden zu lassen. Was bleibt mir? Mich irgendwie immer wieder zu entschuldigen, weil es für mich so schwer auszuhalten ist, dass da etwas dazwischen steht. Auch wenn ich noch immer traurig bin, dass die andere Seite nicht auf meine Bitte eingeht, weil sie persönlich genommen wird.

Ein Beispiel dazu ist z.B. meine Bitte, eines unserer Kinder nach der Schule kurz ankommen zu lassen ohne Dinge von ihm zu wollen. Kein: Zeigst Du mir mal Deine Hausaufgaben? Machst Du mir einen Kaffee? Streitet nicht. Kannst Du mal ...Deine Schuhe liegen hier noch. Nicht ständig kritik zu üben und an ihm herumzuschrauben. Ängst bei sich zu lassen und sie nicht den Kindern überzustülpen. Usw usw. Kein Verständnis. Das einzige, was ankommt, ist das Gefühl, dass ich den Gegenüber bevormunden möchte und an ihm herumerziehe. Und es ihn verletzt, weil ich so etwas überhaupt sage. Wie soll man in solchen Momenten reagieren, wenn man schon früher als Kind genau diesen Mustern des Gegenübers unterfallen ist? Jede andere Meinung, jede Äußerung, die man nicht in vollstem Respekt gemacht hat oder den anderen an die eigene Fehlbarkeit(?) erinnert hat, wurde emotional quittiert. Und diese Muster sitzen irgendwie so so tief.

Kontakt abbrechen? Geht nicht, Familie. Dinge ansprechen? Geht, aber nur mit den besagten Konsequenzen. Aber zweiteres muss ich lernen. Es auszuhalten. Es dann aber abzuhaken und nicht in alte Muster zu verafallen, mich danach selbst zu geißeln, weil der andere es tut.

Und ich habe heute im Film "Heal" gehört:

Es geht bei jeder Heilreise in der ein oder anderen Weise um Vergebung. Auch bei einem selbst. Denn genau in mir manifestieren sich im Körper diese Gefühle, die der andere einem überstülpt. Scham. Schuld. Dieses Gefühl des Verlassenwerdens, wenn man nicht so reagiert, wie der andere es gern hätte. Dass man als Kind immer wieder die Beziehung aufbauen muss und zu Kreuze kriecht, damit die für einen so wichtige Verbindung nicht abreißt und man sicher ist. Und dass man genau dies heute auch noch tut- und zwar allen Menschen gegenüber, die um einen herum sind. Egal wie nah oder fern. Und plötzlich wird das Ganze eine Art Lebensstil. Der oft als gut befunden und in unserer Gesellschaft als sozial und empathisch anerkannt wird. Aber eben nur in einem gewissen Rahmen für einen selbst auch wirklich machbar ist.

Ich habe immer gesagt: Ja, ich kümmere mich um andere, ich mache das auch gerne, aber ich tue auch was für mich. Also ich hatte nie ein Gefühl der Selbstaufgabe o.ä., ich habe viel gemacht, was mir Spaß gemacht hat. Aber innerhalb dieser Dinge, die mir Spaß gemacht haben, gab es etliche Momente, in denen ich mich rückblickend einfach eher hinten angestellt habe als meine Meinung zu sagen. Wusste ich aber nicht. Es war zu tief vergraben. Ich habs nicht gemerkt.

Und je mehr ich mich in das gerade Geschriebene reinfühle, desto mehr wird der Gedanke zur realen Möglichkeit, dass durch die Vergebung mir selbst gegenüber wirklich ein Stoppen der Autoimmunerkrankungen möglich ist. In vielerlei Hinsicht richten sich ja meine Gedanken und Gefühle gegen mich selbst- und der Körper macht halt mit.


Gefühlt geht mir gerade ein Licht auf, wenn ich meine Gedanken so niederschreibe. Jetzt gehts nur noch darum, es auch umzusetzen. Mit dem Spruch aus einer Arztpraxis beende ich meine geistigen Ausfluss:

Es wird. Aber es braucht.


In diesem Sinne- auf gehts!







 
 
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