Blutwerte- was habe ich testen lassen?
Aktualisiert: 7. Juli

Meine Bekannten fragen mich aktuell immer mal, welche Blutwerte man sich mal anschauen sollte, wenn man erschöpft ist oder überreizt.
Ich bin wie gesagt kein Arzt und kann nur das niederschreiben, was ich mir anschauen würde. Weil es aber in vielen Fällen geholfen hat, schreib ich es mir jetzt hier selbst mal gesammelt auf, was ich wo habe testen lassen. Mir war vor allem die Werte für den Histaminabbau wichtig, da ich vor einigen Jahren schon mit einer Histaminintoleranz diagnostiziert wurde und ich schauen wollte, wo mir etwas zum Abbau fehlt.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass meine Hausärztin wesentlich mehr Werte abgenommen hat als bei vielen anderen Hausärzten üblich und möglich ist...Warum das so ist? Keine Ahnung. Aber ich würde immer fragen, welche Werte Eure Ärzte bei o.g. Symptomen sinnvoll zu checken wären, denn ein Teil übernimmt auch die Krankenkasse. ggf. muss man sie auch vor Ort selbst bezahlen, aber man muss vielleicht nicht noch selbst zum Labor.
Hausarzt:
Vitamin D (super wichtig fürs Nerven- und Immunsystem, war bei mir super niedrig)
Eisen (Hb, Ferritin, Transferrin und Transferrinsättigung), war bei mir ebenfalls sehr niedrig
B-Vitamine inkl. Holo-TC (gerade B6 und B2 sind wichtig für den Histaminabbau)
Zink (bei Entzündungen oder Allergien wichtig, uch wichtig fürs Nervensystem)
Schilddrüsenwerte (zusätzlich zum TSH auch noch fT3 und ft4 sowie Antikörper)
sowie Jod, Selen als Ko-Faktoren, die oft im Mangel sind und sich gut supplementieren lassen bevor
man Schilddrüsenhormone wie Thyroxin einwirft
Bei mir war Jod im Mangel, und ft3 und ft4 sehr niedrig- auch wenn der TSH-Wert super war. Heißt:
Das Gehirn sagt: "Los, Körper, produzier Hormone, wir brauchen Energie." Aber irgendwo bleibts
stecken. Oft in der Leber, weil dort die Hormone umgewandelt werden. Das passte nach meinem
laienhaften Verständnis auch dazu, dass ich auf die Schilddrüsentabletten zu Beginn mit Unruhe und
Ängsten reagiert habe. Es konnte nicht umgewandelt werden sondern blieb stecken. Oder ich war doch
einfach allergisch. Man weiß es ja leider nicht genau...
HOMA-Index und den Langzeitblutzuckerwert HbA1c, um zu schauen, ob ggf. schon eine Insulinresistenz besteht und man über Ernährung auch da den Körper entlasten kann (war alles gut, ich esse aber ohnehin recht blutzuckerstabil)
Allergologe:
Nahrungsmittelunverträglichkeiten auf z.B. Gluten, Lactose und Fructose sowie TransglutaminaseA für Zölliakie sowie Histaminintoleranz
Biovis:
Vollblutmineralanalyse Maxi (v.a. wegen Magnesium, Mangan und Kupfer zum
Histaminabbau, gerade Kupfer war bei mir kaum vorhanden)
Coenzym-Q10
Vitamin A (wichtig für Augen und Darmschleimhaut). Ich konnte nachts im Dunkeln kaum noch gucken und mein Vitamin A-Wert war dann auch erschreckend niedrig...
Vitamin K (auch wichtig für die Darmschleimhaut und die Aufnahme von Vitamin D)- Vitamin K war bei mir kaum vorhanden.
Omega 3- Index
Ein Fazit für mich war durch das Anschauen der Werte:
Vitamine E,D,K und A sind fettlösliche Vitamine. Die waren bei mir in nur sehr geringem Maß vorhanden, was dann (nach eigener Recherche) oft auf ein Problem im Darm hinweist. Danach habe ich dann die Stuhldiagnostik gemacht, bei welcher eine Gott sein Dank keine entzündlichen Marker erhöht waren, aber festgestellt wurde, dass der ph-Wert zu basisch ist und keine protektive Säuerungsflora vorhanden ist. Mit bestimmten Ernährungsgewohnheiten und zusätzlichem Probiotikum versuchte ich dann also zusätzlich zu den Supplements von den fehlenden Vitaminen meinen Darm auf Vordermann zu bringen. Es ist einfach der gesamte Körper im Ungleichgewicht gewesen (was man eben leider bei den normalen Blutwerten beim Arzt nicht herausfindet), aber so wusste ich, an welchen Stellschrauben ich drehen kann. Und auch diese Stellschraube wird ihren Dienst für das große Ganze geleistet haben.
Ich würde es immer wieder so machen und nicht nur auf das Urteil der Ärzte vertrauen, die nur einen ganz kleinen Teil der wichtigen Werte abnehmen (weil die Krankenkassen es auch einfach nicht übernehmen, da kann im Zweifel auch der Behandelnde nichts dafür) und danach die Gesundheit beurteilen sondern die Eigenverantwortung übernehmen und nochmal etwas tiefer graben.
Zumal die Werte dort auch nur auf Basis von "Normwerten" beurteilt werden, nicht aber anhand Optimalwerten (soweit man es so nennen kann). Bei Biovis gibt es zum Beispiel bei einigen Werten "therapeutische Optimalwerte" oder so ähnlich, das fand ich ganz interessant.
Am Ende geht es aber auch um das eigene Gefühl, bei welchen Werten (es sind ja einfach nur Werte) ich mich besser fühle. Und das muss man eben selbst herausfinden, das kann einem niemand abnehmen. Deshalb finde ich es total toll, dass man Mängel im Blut feststellen kann und sich daran zumindest einmal langhangeln kann und nicht komplett im Trüben fischt.
Bleibt gesund!

